Warum ist das wichtig?

Welche konkreten Probleme ergeben sich, wenn jemand mit falschem (wenn auch amtlichen) Namen an der Uni eingeschrieben ist? Ein betroffener Student teilt seine Erfahrungen:
 
 
Dozierende - Ilias - Anwesenheitsliste
Bei jeder einzelnen Veranstaltung müssen die Dozierenden informiert werden, dass mein alter Name auf der Teilnehmerliste in ILIAS erscheint, dass ich aber trans bin und anders heisse. Manchmal vergessen sie es wieder oder mein alter Name landet trotzdem auf der Anwesenheitsliste, weil diese häufig direkt von Ilias übernommen wird. Das ist demütigend. Mein alter Name geht niemanden etwas an und ist irrelevant für meine Kommiliton_innen. 
Legi - Prüfungen - Mensa
Es ergibt sich unnötiger Stress bei Prüfungen, weil ich mir Sorgen mache, dass mir nicht geglaubt wird, dass ich die Person auf der Legi bin (kann auch in der Mensa passieren). Ausserdem muss ich die Prüfungen mit dem alten Namen beschriften, häufig auf jeder Seite, was psychisch zusätzlich belastend ist. 
Uni-externe Dienste - Legi
Muss ich mich für Uni-externe Dienste (zum Beispiel Datenbanken, die man für Arbeiten braucht) mit der Legi identifizieren, gibt es immer Probleme und ich muss sich erklären. 
Uni-Mailadresse – Kommiliton_innen
Die Uni-Mailadresse mit vollem (alten) Vornamen ist ein grosses Problem. Sie erscheint in Gruppenmails an ganze Kurse, womit alle Kommiliton_innen diesen sehen können. Sie ist praktisch unbenutzbar, um Mails zu versenden. Ist dies trotzdem nötig, ist es mit grossem psychischen Stress verbunden. 
Campus Account – Office 365
Mit dem Campus Account kann man sich das Office 365 gratis herunterladen. Das ist super, denn das Programm ist teuer. Das Programm wird allerdings mit dem Immatrikulationsnamen (unabänderlich) gekennzeichnet, dieser hängt an allen Dokumenten, die damit erstellt werden. Das macht es sehr unangenehm, überhaupt damit zu arbeiten, geschweige denn, damit erstellte Dokumente zu verschicken. 
 

Zusammengefasst bedeutet ein falscher Name an der Uni unnötige Verwirrung und unangenehme Umstände für Dozierende und Kommiliton_innen, ausserdem Demütigung und Stress für Betroffene. Das unfreiwillige Verbreiten ihrer Geburtsnamen ist ein massiver Eingriff in ihre Privatsphäre. Deshalb fordern wir Regelungen zur einfachen Namens- und Geschlechtseintragsänderung an der Uni Bern!