Studierenden Betrug vorgeworfen – StudentInnenschaft ist empört

09.06.2017 19:24:06 | Carole Klopfstein
Die StudentInnenschaft der Universität Bern (SUB) ist empört: Den Jus-Studierenden wird vorgeworfen, sie hätten im Vorfeld einer Prüfung die Lösungen eben dieser beschafft und weiter verbreitet. Dabei ist klar: die Prüfung entspricht fast 1:1 derjenigen, die bereits im Frühlingssemester 2013 von Jus-Studierenden geschrieben worden ist.
 
„Die schriftliche Prüfung im Fach Schuldbetreibung und Konkurs des Frühlingssemesters 2017 muss wiederholt werden. Grund dafür ist, dass offenbar ein Grossteil der Studierenden im Vorfeld vom Inhalt der Prüfung Kenntnis hatten. Wir bedauern diesen Umstand zutiefst.“ - so steht es im Mail an die Jus-Studierenden vom Freitag Morgen. In einem weiteren Statement im Blick am Abend vom 9. Juni 2017 wirft Frau Prof. Jolanta Kren Kostkiewicz den Studierenden vor, sie hätten sich  in den Computer des Instituts gehackt – dieser Behauptung liegen nach derzeitigem Wissensstand weder Indizien noch Beweise zu Grunde. Die SUB ist über diese Aussage entsetzt und stellt unmissverständlich klar, dass es sich hierbei nicht um einen Betrugsversuch der Studierenden handelt, sondern ganz klar um einen Fehler der Professorin.
 
„Es ist absolut kein Geheimnis, dass alte Prüfungen oft und gerne zum Lernen verwendet werden“, so Tobias Vögeli, Vorstandsmitglied der SUB und selber Jus-Student. „Durch die legale Prüfungseinsicht besteht die Möglichkeit, dass alte Prüfungen zum Lernen weiterverwendet werden, was weder rechts- noch sittenwidrig ist und sehr viele Studis machen.“, so Vögeli weiter. Die SUB ist der Meinung, dass diese vorzeitige Schuldzuweisung von Seiten der Professorin haltlos ist und die Studierenden zu Unrecht in ein schlechtes Licht rückt. „Die Studierenden können nichts dafür, wenn sich ein Dozent oder eine Dozentin dafür entscheidet, altes Prüfungsmaterial praktisch identisch wiederzuverwenden. Dass sie nun die Leidtragenden sind, ist absolut inakzeptabel und wir fordern Frau Kostkiewicz auf, den Fehler richtig zu stellen.“, so Carole Klopfstein, SUB-Vorstandsmitglied und Verantwortliche für das Ressort universitäre Hochschulpolitik.
 
Für die SUB ist die Sachlage klar: Damit solche Pannen nicht wieder passieren, ist ein einheitliches System für die Prüfungsverwendung zum Lernen nötig. Die Handhabung ist von Institut zu Institut und Person zu Person unterschiedlich. Nur weil Frau Kostkiwicz davon ausgeht, dass ihre alten Prüfungen nicht zum Lernen verwendet werden, heisst das noch lange nicht, dass 180 Studierende die Prüfung wiederholen müssen. Vögeli: „Wir sind deshalb dabei, weitere Schritte zu prüfen und versuchen, diesen Sachverhalt so schnell wie möglich zu bereinigen. Es ist nicht fair, dass hier der Fehler den Falschen in die Schuhe geschoben wird.“.

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