Was ist Erasmus+?

Für die meisten Studierenden ist der Begriff Erasmus gleichbedeutend mit einem Studienaustausch in einem europäischen Land - dieser Sprachgebrauch hat sich auch nicht mit dem Ausscheiden der Schweiz aus dem Programm geändert. Der Begriff entstand 1987 für das Studierendenaustauschprogramm der EU und ist eine Abkürzung für European community action scheme for the mobility of university students. Gleichzeitig wird mit dem Namen an Erasmus von Rotterdam erinnert, einem bedeutenden Gelehrten und Humanisten, der 1467 in Rotterdam geboren wurde und 1536 in Basel starb.

Die Idee hinter Erasmus ist die Vereinheitlichung der europäischen Austauschprogramme. 1989 wurde hierfür als Teil der Bemühungen um Erasmus das ECTS-Programm entwickelt, welches mit der Bologna-Reform im ganzen Erasmus-Raum umgesetzt wurde. Somit war der Grundstein für einen vereinheitlichten und vor allem vereinfachten Austausch geschaffen. Seitdem wurden innerhalb des Erasmus-Programms bürokratische Hürden abgebaut, Standards festgelegt und die Basis für einen fairen und einheitlichen Studierendenaustausch in ganz Europa geschaffen. Neben den EU-Ländern beteiligen sich auch Island, Norwegen, Mazedonien, Serbien, Liechtenstein und die Türkei an Erasmus+. Als EU-Programm wird Erasmus von allen Mitgliedsländern solidarisch getragen: Reichere Länder zahlen mehr, ärmere Länder zahlen weniger.

Erasmus wird zu Erasmus+

2014 beschloss die EU, verschiedene Förderprogramme unter dem Übernamen Erasmus+ zusammenzufassen. Neben dem Studierendenaustausch umfasst Erasmus+ seitdem:

  • Das Master- und Doktorierendenprogramm Erasmus Mundus
  • Erasmus für Jungunternehmer_innen
  • Comenius, Schulaustauschprogramm
  • Leonardo da Vinci, Austausch in der Berufsbildung
  • Grundtvig, Erwachsenenbildungs-Austausch
  • Informeller Jugendaustausch "Jugend in Aktion"
  • Austausch im Bereich Sport

Somit ist Eramsus+ das Sammelbecken für praktisch alle Jugendaustauschprogramme Europas. Nicht nur Studierende profitieren von Erasmus+, sondern alle jungen Leute! Der Grund für die Zusammenfassung aller Programme unter einem Dach ist naheliegend: Eine weitere Vereinheitlichung ermöglicht einen weiteren Abbau bürokratischer Hürden und verhindert Doppelarbeit und Zersplitterung

Erasmus+ in Zahlen

  • Erasmus+ hat ein Jahresbudget von 14,7 Milliarden Euro
  • 63% des Budgets fliessen in die individuelle Lernmobilität, 28% in die Weiterentwicklung von Lernmobilität und -innovation, 4,2% in politische Reformen
  • Erasmus+ fördert jährlich den Austausch von 4 Millionen Individuen und 125'000 Insitutionen
  • 2 Millionen Hochschul-Studierende wurden unterstützt, 225'000 Masterstudien wurden gefördert


Quellen:
Erasmus+ - offizielle Webseite
Erasmus+ - Zahlen
Erasmus+ - Wikipedia